Counter-Strike wurde vom Mod zum Massenphänomen
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Videogame-Mods: Die berühmtesten, die bizarrsten, die einzigartigsten

Bei der gigantischen Menge an unterschiedlichen Game-Mods findet man nicht nur nützliche und ikonische Werke. Manche lassen einen auch die Augenbrauen hochziehen.
Autor: Matthias Regge @PrinnyDood
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Wenn sich Modder an ein Spiel setzen, um dieses zu bearbeiten, kommen oft vollkommen neue, kreative Werke hervor. Die Titel werden um Karten, Charaktere, Modi oder Story-Stränge erweitert. Manchmal sind es aber nicht die sinnvollen Kreationen, die einem im Hinterkopf bleiben. Manchmal muss man es einfach Käse regnen lassen.

Ikonisch: Counter-Strike (Half-Life)

Counter-Strike war vermutlich der erste Gaming-Mod, der die Massen in seinen Bann gezogen hat. Heute könnte man fast vergessen, dass der ikonische Team-Shooter seinen Ursprung als reine Fan-Abwandlung von Half-Life hatte. Es folgten regelmäßige Updates. Version 1.6 ist dabei die, die den meisten Spielern im Gedächtnis geblieben ist und die meiste Spielzeit erfahren hat, bevor der Mod seinen eigenen Release erleben durfte.
Doch Counter-Strike sollte nicht der letzte Mod sein, der eine große Zahl an Spielern mobilisieren kann. Warcraft 3 erhielt zum Beispiel die Modifikation Defense of the Ancients (kurz: DOTA), die im späteren Verlauf der Geschichte zum Urvater des MOBA-Genres wurde.

Nostalgisch: Bid for Power (Quake III Arena)

In den frühen 2000ern waren sowohl die Multiplayer-Perle Quake III Arena, als auch der Anime Dragon Ball Z in der Blüte ihrer Popularität. Bid for Power ist eine Total Conversion für Quake III, die aus dem Ego-Shooter ein Anime-Spektakel aus der Third-Person-Ansicht macht. Ihr könnt aus unterschiedlichen Charakteren der Kultserie wählen und euch auf komplett neu gestalteten Maps ikonische Energie-Attacken, wie das Kamehameha oder Final Flash, um die Ohren feuern. Dabei seid ihr natürlich nicht an den Boden gefesselt, sondern könnt Dragon Ball-typisch durch die Lüfte fliegen. Auch brachiales auf-powern darf nicht fehlen.
Generell zählen die Spiele aus der Quake- und Doom-Reihe zu den frühesten Titeln, die von Fans gemoddet wurden. Die Doom-Väter John Carmack und John Romero haben ihre Fans von Anfang an unterstützt und ihnen die nötigen Werkzeuge gegeben, um Level oder Conversions zu bauen und einen Grundstein, für eine komplette Szene gelegt.

Bösartig: Kaizo Mario (Super Mario World)

Mit dem Aufkommen der Let’s Play-Szene bekam ein Rom-Hack von Super Mario World eine große Portion Aufmerksamkeit: Kaizo Mario. Diese Variante des Nintendo-Plattformers wurde von einem japanischen Modder gebaut, um einen seiner Freunde in den Wahnsinn zu treiben. Der Mod bringt einen kompletten Satz neuer Level mit sich, die alle voller fieser Fallen stecken. Der Fokus des Internets auf Kaizo Mario hat danach zu einem Ansturm auf die Super Mario World-Modding-Szene geführt.
Heute gibt es eine ganze Reihe an Kaizo oder Kaizo-ähnlichen Mario-Spielen. Der aktuelle Trend im Bereich des Moddens von Retro-Games liegt aber in Randomizern. In diesen werden neue Spielmodi geschaffen, in denen Gegenstände oder andere Elemente per Zufall gemischt und dem Spieler damit immer wieder neue Herausforderungen geboten werden.

Verbindend: Multiplayer-Mod (Just Cause 3)

Spiele, die eine offene Welt voller Chaos versprechen, machen gemeinsam noch viel mehr Spaß. Die Just Cause-Reihe ist ein Paradebeispiel für dieser Art von Sandkasten. Leider war es nie möglich die Teile der Serie mit Freunden zu spielen. Jedenfalls nicht auf offiziellem Weg. Der Multiplayer-Mod hatte sein Debut mit Just Cause 2 und wurde auch für seinen Nachfolger umgesetzt.

Heroisch: Avengers-Mod (GTAV)

Grand Theft Auto V bietet ebenfalls eine ganze Stadt voller Möglichkeiten das Spiel so zu erleben, wie man es möchte. Durch die aktive Modding-Szene der GTA-Reihe wird dieser Aspekt noch verstärkt. Einer der coolsten Mods der letzten Jahre ist die Avengers-Conversion für GTAV. Nicht nur durch den Infinity War-Hype, sondern auch durch dessen vielzähligen Möglichkeiten und Details, wurde der Mod zum Erfolg.

Hilfreich: Interface-Mods (World of Warcraft)

WoW-Spieler können sich ihr Interface frei anpassen

WoW-Spieler können sich ihr Interface frei anpassen

© Activision Blizzard

World of Warcraft macht es seinen Benutzern sehr einfach Modifikationen zu erstellen. Das Ziel der meisten dieser Mods ist es, dem Spieler das Leben wesentlich einfacher zu machen und erweitern das MMORPG um gern gesehene “Quality of Life”-Feature. Sei es durch detailreiche Anzeigen, die das Heilen in großen Gruppen erleichtert oder eine Erweiterung des Inventars, die euch automatisch den Rucksack sortiert. Solange ein solcher Mod keine wichtigen Funktionen automatisiert ist alles erlaubt und Blizzard hat sich schon mehrfach von den beliebtesten Interface-Mods inspirieren lassen.
Einer der verrücktesten Mods für World of Warcraft hat eine Konvertierung der Spiele Bejeweled und Peggle in das Interface von WoW. Allerdings wurden diese Add-Ons dann aufgrund von Copyright-Verstößen entfernt.

Realistisch: Extreme Graphics (Minecraft)

Manche Mods bieten keine neuen Spielinhalte. Minecraft hat viele Mods, die sich primär mit den Texturen des sonst pixeligen Sandbox-Builders befassen. Aber manchmal gehen Modder einen Schritt weiter. So wird aus dem grob aufgelösten Abenteuer auf einmal eine echte Schönheit.

Käsig: Cheese for Everyone! (Skyrim)

Manchmal müssen Mods nicht sinnvoll sein. An und wann ist es schön die Absurdität seines Lieblingsspieles zu feiern. Der Satz “Cheese for everyone!”, des Skyrim-NPCs Lord Sheogorath, wurde schnell zu einem gefeierten Internet-Meme. Und die Modder waren zur Stelle. Mit dem Mod “Shout of Insanity” bekommt euer Dragonborn einen völlig neuen Drachen-Shout in sein Arsenal. Nachdem er engagiert die Worte “Cheese for everyone!” aus seinem Mund erklingen lässt, beginnt es auch schon zahlreiche, explosive Käseräder zu regnen.

Verbessernd: DSfix (Dark Souls)

Oft leiden PC-Spieler unter schlechten Portierungen von Konsolen-Titeln. Dark Souls war eines dieser Spiele, das in diesem Fall nicht nur durch seinen Schwierigkeitsgrad für Frust gesorgt hat: Die Optik und gesamte Performance des Ports war extrem schwach; für viele unspielbar. Glücklicherweise war die Modding-Community zur Stelle und entwickelte mit DSfix eine Lösung. Der Mod ermöglicht eine vollkommen neue, optische Ausrichtung des Spiels. Effekte und Auflösung werden optimiert. Ohne DSfix ist es nicht möglich Dark Souls mit einer höheren Auflösung als 720p und mehr als 30 Bildern pro Sekunde zu spielen. Entwickler From Software hat es also der Community zu verdanken, dass sie ihr Spiel repariert und für mehr Benutzer zugänglich gemacht haben.

Skurril: Thomas the Tank Engine (Final Fantasy XV)

Thomas steht hier exemplarisch für die große Zahl an Model-Swaps, die an Spielen vollzogen werden. Oft ist es relativ einfach ein bereits vorhandenes 3D-Modell in ein anderes Spiel zu importieren. Final Fantasy XV ist ein perfektes Beispiel dafür. Die Tatsache, dass die ausgetauschten Charaktere mit dem Protagonisten Noctis interagieren, oder sich einen Platz im gemeinsamen Auto teilen, machen diese Modifikationen umso skurriler. Wenn einer der Gefolgsleute des Prinzen durch Thomas the Tank Engine ersetzt wird, macht es das Gesamtbild auch nicht weniger verrückt.