Snowmobile
Tauche tief ein in die Geschichte der Schneemobile
Angefangen bei den frühen Tagen von Joseph-Armand Bombardier bis hin zu den elektrischenTaiga-Motoren: Québec spielte eine maßgebliche Rolle in der Entwicklung des Schneemobils.
Die innovativen Erfinder von Québec haben den Schneemobil-Sport die letzten zehn Jahre maßgeblich beeinflusst. Revolutionäre mechanische Fortschritte wechselten sich mit adrenalinbereicherten Renn-Konzepten ab und noch heute führt "La Belle Province" den Weg mit der Elektrifizierung des Off-Road-Sektors an.
Jährlich fallen rund um Québec etwa drei Meter Schnee und das in einer Landschaft, die ländlich geprägt ist und durch ihre Abgeschiedenheit glänzt. Da ist es keine Überraschung, dass das Schneemobil zu einem essenziellen Begleiter geworden ist -- Nützlichkeit, Sport oder das pure Abenteuer werden hier großgeschrieben.
Die Wurzeln des Fahrens auf Schnee lassen sich auf das Jahr 1922 zurückführen, als Joseph-Armand Bombardier -- ein Teenager von Valcourt, Québec -- seine neu designte, mit Propeller angetriebene "Oversnow"-Maschine in den lokalen Straßen probierte. Zu diesem Zeitpunkt wusste er noch nicht, dass diese sporadische Erfindung sich zu einem essenziellen Tool auf der ganzen Welt entwickeln würde. In Kanada wurde das Schneemobil gar zur Winteraktivität Nummer eins!
15 Min
Die Entwicklung des Schneemobils
Entdecke die einzigartige Entwicklungsgeschichte von Schneemobilen in Kanada.
Wir werfen einen Blick auf die Geschichte der Schneemobile. Sieh dir zunächst die actionreiche Dokumentation im Player oben an und lies weiter, wenn du mehr darüber erfahren willst, wie sich Schneemobile im Laufe der Zeit entwickelt haben.
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Die frühen Tage
Die Wurzeln des Schneemobils liegen in den frühen 1900er-Jahren, als Joseph-Armand Bombardier, ein junger Mechaniker und Erfinder in der Kleinstadt Valcourt in Québec, eine innovative Idee umsetzte, um seine Autowerkstatt am Laufen zu halten. Im Sommer florierte das Geschäft, er verkaufte Treibstoff und reparierte Fahrzeuge. Doch im Winter waren seine Kunden aufgrund des heftigen Schneefalls nicht in der Lage, zu ihm zu gelangen. Da hatte er eine Idee: Was wäre, wenn er ein Fahrzeug entwickelte, das sich effizient auf Schnee fortbewegen könnte?
Ab 1935 baute Bombardier das erste offizielle Schneemobil, das mithilfe eines innovativen Zahnradsystems angetrieben wurde. Das revolutionäre System führte zur Entwicklung des B7-Schneemobils, das für Ärzte, Rettungskräfte und Priester in abgeschiedenen Gegenden schnell zu einem Must-Have wurde.
Die ursprünglichen Fahrzeuge waren mit 10 Pferdestärken ausgestattet, brachten aber auch so einige Probleme mit. So ließen sie sich kaum steuern und auf herausforderndem Terrain wurde es schnell ungemütlich. Im Frühling 1947 brachte die Regierung Schneepflüge nach Québec und die Nachfrage nach großen Schneemobil-Bussen legte sich relativ schnell wieder.
Bombardier verbrachte die nächsten zwanzig Jahre damit, zu testen, zu verfeinern und seine Designs zu verbessern, um sie erneut für den Konsumenten zugänglich zu machen.
Megan Brodeur performt bei Red Bull Sledhammers in Ski La Réserve
© Felix Rioux / Red Bull Content Pool
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Vom Ski Dog zum Ski-Doo
Wir schreiben das Jahr 1959 und Bombardier ist bereit, der Welt die erste Einsitzer-Maschine im Schneesport zu präsentieren -- ähnlich jenen Fahrzeugen, die wir heute kennen und lieben. In Vorbereitung auf den offiziellen Launch entschied sich das Team rund um Bombardier auf ein Rebranding mit dem Namen Ski Dog. Während des Designens der Verkaufsbroschüren schlich sich jedoch ein Tippfehler ein, womit die berühmte Ski-Doo-Legende geboren war.
Diese neuen, leichtgewichtigen Ski-Doos hatten kleinere und effizientere Motoren verbaut und zielten vor allem auf jene Rider ab, die ihre Freizeit gerne im Schnee verbringen. Mit jedem Jahr produzierte das Unternehmen die doppelte Anzahl an Schneemobilen und es dauerte nicht lange, bis die ersten Rennen organisiert wurden.
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Du baust sie, wir fahren Rennen damit
Der Rennsport auf Schneemobilen fand seinen Anfang beim Beausejour Winter Festival in Manitoba im Jahr 1962. Tausende Fans aus der ganzen Provinz kamen zusammen, um sechs Racer dabei zu beobachten, wie sie bei Geschwindigkeiten von 25 km/h gegeneinander antraten. Etwas weniger als zehn Jahr später vervielfachte sich die Anzahl der begeisterten Zuschauer: Über 25.000 Fans waren bei der Canadian Power Toboggan Meisterschaft hautnah dabei, wo sich Gilles Villeneuve aus Québec als einer der besten Schneemobil-Racer seiner Generation etablierte.
Die Disziplinen der Schneemobil-Rennen einfach erklärt
Heute wird die Welt des Schneemobil-Racings noch immer von den Québeckers dominiert. Athlet:innen wie Francis Pelletier, Naeli Lebel oder Megan Brodeur geben den Ton an. Daneben entwickelten sich die Maschinen, Disziplinen und Strecken seit der Ära von Villeneuve laufend weiter.
Die Snocross-Spezialistin Megan Brodeur trug maßgeblich zur Entwicklung des Sports bei. Sie ist in Coaticook (Québec) geboren und aufgewachsen, während sie sich zur jüngsten Snocross-Racerin in der Geschichte mauserte, die die nordamerikanische Meisterschaft im Alter von nur 18 Jahren gewann. Sie hörte da aber noch lange nicht auf: Seitdem hat sie im gleichen Event ganze dreimal in Folge den Sieg geholt. Daneben ist sie Frontrunner von Red Bull Sledhammers, einem Event, das in Ski La Réserve ausgetragen wird. Sledehammers ist ein Rennen, bei dem über zehn herausfordernde Features zum Einsatz kommen, während die Teilnehmer:innen ganze hundert vertikale Meter bis zur Ziellinie zurücklegen.
"[Red Bull Sledhammers] ist ein bisschen wie Snocross, wo du eins-gegen-eins antrittst", erklärt Brodeur. "Aber anstatt auf 90- und 180-Grad-Kurven zu setzen, fährst du in gerader Linie auf den Berg rauf."
"Zunächst war ich mir nicht ganz sicher, ob es mir gefallen würde", fügt sie hinzu. "Aber du darfst einen Jump schlicht nicht verpassen, sobald du deine Ängste überwunden hast...Dieses Gefühl der Geschwindigkeit, die Action, der Lärm und die Hindernisse -- all das bringt dich dazu, die Leidenschaft für den Sport wirklich zu fühlen."
Nach dreijähriger Auszeit kehrt Red Bull Sledhammers am 2. April 2022 zurück; mit einem überarbeiteten Kurs und 32 eingeladenen Pro-Athlet:innen. Brodeur wird die einzige Dame sein, die bei diesem Event antreten wird.
Ich fühle mich geehrt, Québec repräsentieren und in Valcourt leben zu dürfen, wo alles begann.
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Die elektrische Revolution
Die Innovatoren aus Québec haben die Entwicklung von Schneemobilen im letzten Jahrhundert mächtig angetrieben. Heute blicken sie in die Zukunft und fokussieren sich dabei auf Taiga Motors -- einen Schneemobilhersteller, der sich ganz und gar der Elektrifizierung der Fahrzeuge verschrieben hat.
Was als wilder Plan einer Hobby-Gruppe an der McGill University in Montreal begann, entwickelte sich rasant weiter: Taiga Motors hat den Off-Road-Sektor im Sturm erobert, indem sie Nachhaltigkeit großschrieben, während in Sachen Effizienz und Power keine Kompromisse eingegangen werden müssen. Die batteriebetriebenen Schneemobile bringen 180 Pferdestärken mit, verursachen so gut wie keinen Lärm und reise mit einer einzigen Ladung bis zu 100 Kilometer.
Für den legendären Eis-Kletterer Will Gadd sind die Taiga-Schneemobile ein essenzielles Tool, um den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und dennoch zu all den abgeschieden gelegenen, gefrorenen Wasserfällen zu gelangen, die er klettern will.
Wirf einen Blick hinter die Kulissen von Will Gadds letzten Trip nach Québec: