Biohacking
Atme dich schlank
Profi-Biohacker Andreas Breitfeld verrät uns jeden Monat einen Trick, der dein Leben verbessert. Dieses Mal: So wirst du mit der richtigen Atmung ein paar überschüssige Kilo los.
Wenn dir nach den Feiertagen der Blick auf die Waage den Atem verschlägt, ist das einmal ein guter Beginn. Tatsächlich! Denn weniger zu atmen und regelmäßig den Atem anzuhalten ist erstaunlich hilfreich bei der Fettverbrennung. Genauso, wie durch die Nase statt durch den Mund zu atmen, wonach wir Biohacker grundsätzlich immer trachten (ausgenommen beim Sprechen oder Singen – weil’s da einfach nicht anders geht).
Die Mini-Entsäuerung
Die dahinterliegenden Regelkreisläufe sind reichlich komplex, lassen sich aber im Wesentlichen auf drei Bereiche reduzieren. Erstens: Cortisol – das Stresshormon ist leider eine Abnehm-Bremse. Durch flache, leichte Atmung und regelmäßiges Luftanhalten entspannst du dein System, senkst den Cortisolspiegel und pushst die Fettverbrennung. Zweitens erhöht das Anhalten des Atems den pH‑Wert des Bluts kurzfristig leicht in die basische Richtung. (Wirklich leicht, denn unser Körper puffert den pH-Wert des Blutes sehr schnell und wirkungsvoll.) Diese Mini-Entsäuerung unterstützt den Stoffwechsel. Drittens verbraucht dein Körper infolge des Sauerstoffmangels beim Luftanhalten mehr Energie.
Atemlos durch den Tag
Training 1: Nimm dir drei- bis viermal täglich zehn Minuten Zeit für eine einfache Atemübung im Liegen, wie am Bild vorgeführt: hinlegen, Hände auf den Bauch legen, atmen. Ziel ist es, durch den Druck der Hände die Atembewegung zu reduzieren und daher so wenig und so leicht wie möglich zu atmen – man sollte gar nicht sehen, dass du atmest. Also beim Einatmen den Bauch sanft nach außen wölben. Beim Ausatmen den Bauch einziehen und mit dem Händen leicht Druck ausüben. Dabei entsteht das, was man «Lufthunger» nennt. Ich muss den Begriff nicht erklären, du wirst ihn verstehen.
Training 2: Lufthunger-Drill. Damit verbesserst du die Fähigkeit deines Körpers, CO² im System zu tolerieren. Lässt sich gut beim Spazierengehen üben: Tempo beibehalten, aber 10 Schritte nicht atmen, dann 15 Schritte, dann einmal vielleicht 20 oder 30 Schritte. Experten schaffen atemlos 60 bis 80 Schritte.
Andreas Breitfeld, 49, ist Deutschlands bekanntester Biohacker. Er forscht in seinem speziellen Lab in München.
BIOHACKING umfasst, vereinfacht gesagt, alles, was Menschen eigenverantwortlich tun können, um Gesundheit, Lebensqualität und Langlebigkeit zu verbessern.