Heute Oslo, morgen Dallas, danach Singapur: Nach seinem BWL-Abschluss führte Felix Brüggemann ein typisches Beraterdasein. Eine Zeitlang genoss er dieses Leben. Nur der Jetlag nagte an ihm. Ernährungstricks (z. B. kein Abendessen vor dem Abflug) halfen. Lösen konnten sie das Problem nicht. Entsprechend begeistert war er, als ihm Achim Leder von seiner Idee erzählte. Leder hatte zu dem Thema promoviert. Sein Ansatz: Lichtsteuerung im Inneren von Flugzeugen sollte die mühsamen Folgen der Zeitzonensprünge mildern. Die beiden gründeten jetlite. Pilotin Tanja Becker und Model Toni Garrn schlossen sich dem Start-up mit Sitz in Hamburg an.
Optimierte Lichtzeit
Jetlite setzt auf ein chronobiologisches Prinzip: Warm-weißes Licht wie bei einem Sonnenuntergang entspannt uns, kaltweißes Licht wie zu Tagesbeginn aktiviert uns. „Mit LED-Licht bereiten wir die Passagiere während des Flugs auf die neue Zeitzone vor“, erklärt Brüggemann.
Beispiel Übernachtflug Amsterdam–Tokio: Bei der Landung ist es im Kopf der Reisenden 7 Uhr, in Tokio aber bereits 15 Uhr. Zur Vorbereitung hilft warmweißes Licht schnell einzuschlafen, kaltweißes Licht simuliert einen etwas früheren, zugleich schnelleren Sonnenaufgang. „15 Minuten vor der Landung aktiviert das Licht die Passagiere zusätzlich“, sagt Brüggemann. Um drei Stunden lässt sich der Jetlag so reduzieren.
Lufthansa nutzt das System bereits. Doch der Himmel ist nicht das Limit: Aktuell entwickelt jetlite Lichtsysteme für Innenräume von Autos.