Mirjam Puchner bei ihrem Weltcup-Debüt 2013 in St. Anton.
© Gepa-Pictures.com
Alpines Skifahren

Mirjam Puchner: Mein Weg nach oben

Sie fährt nicht nur Super-G und Abfahrt im Weltcup, sondern auch Streifen­dienst als Frau Inspektor. Hier die kurvenreiche Karriere der Salzburger Vizeweltmeisterin Mirjam Puchner.
Autor: Nina Kaltenböck
3 min readPublished on
AUS DEM PONGAU IN DIE WELT: Die 32-jährige Olympia-Silber­medaillen­gewinnerin 2022 aus dem Pongau lebt nach dem Motto „Never give up and enjoy“. Derzeit genießt sie den Winter und die Skirennen. Der Alpine Ski­welt­cup endet am 27. März in Sun Valley (Idaho, USA).
Trotz einiger Downs ging es in Mirjam Puchners Karriere stetig bergauf.

Trotz einiger Downs ging es in Mirjam Puchners Karriere stetig bergauf.

© gepa-pictures.com

Sommer 2010

Die Entscheidung: Tennis oder Ski
„Als Teenie hab ich ein Gymnasium mit Musikschwerpunkt besucht, nachdem ich Flöte und Klavierspielen gelernt hatte. Als Ausgleich wollte ich Tennis spielen und bin viel Ski gefahren. Mir hat aber das Spielen in der Halle im Winter keinen Spaß gemacht. In den Salzburger Bergen war Ski­fahren dann die logische ­Alternative. Ich war sowieso beim Tennis nicht leichtfüßig genug. Manchmal hab ich ­gespielt, als hätte ich dabei Skischuhe an!“

12. Jänner 2013

Mein Weltcup-Debüt
Mirjam Puchner bei ihrem Weltcup-Debüt 2013 in St. Anton.

Mirjam Puchner bei ihrem Weltcup-Debüt 2013 in St. Anton.

© Gepa-Pictures.com

„In der Abfahrt von St. Anton belegte ich den 47. Platz, für mich war das ein Meilenstein! Die Piste war so glatt, dass ich mir nicht ganz sicher war, ob ich da runterkomm. Ich war extrem aufgeregt. Aber ­abgeschreckt hat es mich nicht. Erstmals in die ­Weltcup-Punkteränge fuhr ich dann am 21. Dezember 2013 als 29. der Abfahrt in Val-d’Isère. Drei Wochen später, am 13. Jänner 2014, gewann ich mit dem Super-G in Innerkrems mein ­erstes Europacup­rennen. Das waren echt schöne Anfangsjahre!“

16. März 2016

2016 durfte sich Mirjam Puchner über ihren ersten Sieg freuen.

2016 durfte sich Mirjam Puchner über ihren ersten Sieg freuen.

© gepa-pictures.com

Meinen ersten Weltcupsieg in der Abfahrt feierte ich beim Weltcupfinale in St. Moritz.
Mirjam Puchner

2017

„Im Februar 2017 stürzte ich beim Abfahrtstraining bei der Ski-WM in St. Moritz schwer: Schien- und Wadenbeinbruch.“

April 2018

Abschluss des BWL-Bachelor-Studiums in Salzburg.

13. März 2019

„Nach drei OPs und 660 Tagen Rennpause konnte ich beim Abfahrtsweltcup-Finale in Soldeu in Andorra meinen zweiten Weltcupsieg einfahren!“

11. Februar 2022

Yay! Super-G-Silber!
Peking-Silber: Mirjam im Februar 2022

Peking-Silber: Mirjam im Februar 2022

© Getty Images

„Peking waren meine ersten Olympischen Spiele! Und alles war anders: Corona, keine ­Zuschauer und jeden Tag ein Staberl im Mund. 2018 hatte ich verletzungsbedingt verpasst, deshalb war das jetzt ein Highlight. Ins olympische Dorf durften aufgrund der Pandemie keine Angehörigen. Wir haben also auf mein Super-G-Silber nur kurz angestoßen, weil am nächsten Tag Abfahrtstraining war. Trotzdem: Das war a kurze Nacht.“

Juli 2022

Call me Frau Inspektor
Von 2017 bis 2022 absolvierte Mirjam eine Ausbildung zur Polizistin.

Von 2017 bis 2022 absolvierte Mirjam eine Ausbildung zur Polizistin.

© Courtesy of Mirjam

„Meine Polizeiausbildung, die ich im September 2017 begonnen hatte, schloss ich im Juli 2022 ab. Ich war während der Ausbildung unter ­anderem im Streifendienst tätig. Was man dafür braucht: einen guten Überblick – und man muss sehr ­fokussiert sein. Du darfst dir keine Fehler ­erlauben – das ist so wie im Sport, und das gefällt mir. Gute Organisation und Zielstrebigkeit sind essenziell.“

8. Februar 2025

Silber für Mirjam in der WM-Abfahrt in Saalbach-Hinterglemm.

Silber für Mirjam in der WM-Abfahrt in Saalbach-Hinterglemm.

© picturedesk.com

April 2025

Skilehrer und Master
Im Team: Mirjam auf dem Weg zur staatlich geprüften Skilehrerin.

Im Team: Mirjam auf dem Weg zur staatlich geprüften Skilehrerin.

© Courtesy of Mirjam

„Ich habe Alpinkurse für Ski- und Langlauf­lehrer gemacht und werde im April als staatlich geprüfte Skilehrerin abschließen. Nebenbei brüte ich über meiner ­Masterarbeit für mein Sport­management-Studium. Die Balance zwischen Schreiben und meinen sportlichen Aktivitäten ist ­herausfordernd, aber die Abschlussarbeit ist eine will­kommene Ablenkung von den Skirennen und der körper­lichen Anstrengung. Es taugt mir, dass ich dem Kopf etwas zu tun gebe, denn es rattert sowieso immer in meinem Hirn – auch wenn ich nur auf der Couch liege!“
Mehr Infos: mirjam-puchner.at, Instagram: @mirjampuchner